„Wo die keuschen Ritter wohnten“

So lautete die Schlagzeile eines Artikels in der Braunschweiger Zeitung über das Rittergut Lucklum.

Fast 550 Jahre (1265 bis 1809) wohnten in Lucklum Ritter des Deutschen Ordens und Armut, Demut sowie das Zölibat gehörten zu den Grundregeln der Ritter. Daran hatten sie sich auch nach der Reformation zu halten, obwohl die Kommende (Niederlassung) im reformierten Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel zur neuen Lehre übergetreten war.

Das war für den einen oder anderen Ritter eine Herausforderung, wie sogenannte „Visitationsberichte“ verdeutlichen. Sie wurden im Rahmen von Besuchen einer kleinen Abordnung der Hauptniederlassung des Deutschen Ordens in Mergentheim erstellt. Die Visitationen dienten der Bestandsaufnahme. Dabei wurde aber auch die Einhaltung der Ordensregeln kontrolliert – beispielsweise im Hinblick auf das Aufnahmeverfahren der Ritter. Dies war an einige weitere Vorgaben gebunden. Seit 1671 mussten die Anwärter 16 adlige Vorfahren vorweisen, das heißt vier „lupenreine“ Generationen.