Eine bunt gemischte Teilnehmergruppe traf sich am Dienstagnachmittag auf dem Rittergut zu einem Workshop rund um das Thema Coworking. Was wünschen sich potenzielle Nutzer, welche Rahmenbedingungen sind ihnen wichtig und wie ist das Interesse an einem solchen Angebot in Lucklum und der Region? Diesen und weiteren Fragen zum Thema Coworking ging Workshop-Leiterin Olag Bünning von der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein, mit den insgesamt 15 Interessierten nach.

Teilnehmer des Workshops zum Coworking erarbeiteten erste Anforderungen

Wünsche und Anforderungen ausloten

Von Grafikdesignerin, Eventplaner und Kunsttherapeutin über Bürgermeister und pensionierten Informatikerin bis hin zur Landschaftsarchitektin, Pädagogin und zum Studenten – die Bandbreite der Workshop-Teilnehmer war überaus vielfältig. Beste Voraussetzungen also für kreativen Input und Meinungsvielfalt zum Thema Coworking-Space. Nach einer Vorstellungsrunde teilte Leiterin Olga Bünning die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in zwei Gruppen ein, die auf der einen Seite die Wünsche der Nutzer und auf der anderen Seite die der Betreiber ausloten und sammeln sollten. „Mit Hilfe der Aufstellung von sogenannten Personas, einer Methode aus dem Design-Thinking, lässt sich sehr gut das Profil und damit die Interessen aller am potenziellen Coworking-Space Beteiligten ermitteln“, so Bünning.

Ein Arbeitsplatz, auf den man sich freut

Gemeinsam erarbeiteten die Gruppen dann im Detail, welchem Zweck der Coworking-Space dienen soll, wie die Räume beschaffen sein und wie das Ambiente gestaltet sein müsste, um sich wohl zu fühlen – und vieles andere mehr. „Das Ergebnis war natürlich keine fertige Roadmap für ein Coworking-Space, aber wir haben erste Ideen und Grundanforderungen für alle, die in so einen Prozess einstiegen möchten“, so das Resümee der Workshop-Leiterin. Als wichtigste Punkte kristallisierten sich dabei heraus: Die Möglichkeit, Menschen kennen zu lernen und sich zu vernetzten. Ein inspirierendes und wohltuendes Ambiente. Oder anders gesagt: Räume sowie eine Umgebung, auf die man sich freut. Und außerdem die Voraussetzungen, um sowohl in Ruhe konzentriert arbeiten zu können als auch in Form von Teamarbeit.

Ideen für das Arbeiten auf dem Land

„Das ist natürlich erst einmal ein grober Überblick über den Bedarf. Aber, das Interesse am Coworking ist hier in der Region ist auf jeden Fall da“, so Olga Bünning. „Das haben wir insbesondere im Coworking-Container in Lucklum festgestellt, der bisher gut frequentiert ist. Viele kamen hier schon mit einer Vorstellung, wie so etwas funktioniert.“ Das kann auch Carolin Himmler, beim Rittergut unter anderem zuständig für Immobilienbewirtschaftung und –entwicklung, bestätigen: „Das Rittergut ist für das Konzept Coworking ein sehr guter Standort. Der Workshop war für uns eine tolle Hilfestellung, um eine erste Vorstellung davon zu bekommen, was Arbeiten auf dem Land bedeuten kann. Bei uns auf dem Rittergut könnte das von der Bürovermietung bis hin zum Coworking reichen.“ Die Güterverwaltung Reinau werde die Idee im Blick behalten, Bedarfe ausloten und dann schauen, welche konkreten Konzepte daraus entwickelt werden können, so Himmler weiter.

Coworking muss sich aber auch rechnen

Auch Dr. Heinrich Füchtjohann, Bürgermeister von Erkerode und Lucklum, nahm am Workshop teil. Er selbst hatte den Cowork-Container auf dem Rittergut für Gespräche genutzt. „Ich arbeite derzeit auch als Unternehmensberater und in der Personalvermittlung aus meinem kleinen Büro in Erkerode heraus. Deshalb ist für mich CoWorking eine Bereicherung in zweierlei Hinsicht: als Anregung für neue Ideen und als Raum für Besprechungen und Workshops.“ Einen Coworking Space in Lucklum als Geschäftsmodell kann er sich gut vorstellen. „Er könnte angesiedelt sein zwischen einer reinen Arbeitsplatzvermietung nach Bedarf und einem öffentlichen Raum. Auf jeden Fall spannend.“ Schon weitaus konkretere Vorstellungen hatte Workshop-Teilnehmer Uwe Fetscher, Inhaber der Ferienwohnungen Dreilinden. „Ich beschäftige mich schon länger mit dem Thema Coworking. Die Anregungen der anderen Teilnehmer und der Austausch hier im Workshop waren für mich sehr hilfreich. Ich würde so etwas hier in der Region sehr gerne umsetzen. Dafür gilt es aber natürlich noch viele Details zu klären. Denn für den Betreiber muss sich Coworking auch rechnen.“

Auch die anderen Teilnehmer konnten viele Ideen und Denkanstöße aus dem Workshop mitnehmen. „Ich bin sehr gespannt, wie sich das Thema hier in der Region entwickeln wird“, betonte Olga Bünning. Wer Interesse daran hat, selbst einen Coworking-Space aufzubauen, der kann sich zwecks Unterstützung und Beratung gerne an Ulrich Bähr von der CoWorkLand Genossenschaft wenden unter der E-Mail: Ulrich Bähr ulrich@coworkland.de.